23. Mai 2018

Bis zu 2 von 3 Babys können die Abtreibungspille überleben

… und dies ohne erhöhtes Risiko für Missbildungen

Abtreibungspille geschluckt? Für Frauen, die sich gleich danach umbesinnen, besteht Hoffnung.

Abtreibungspille geschluckt? Für Frauen, die sich gleich danach umbesinnen, besteht Hoffnung.

Eine einmal begonnene «chemische» Abtreibung lässt sich in vielen Fällen erfolgreich stoppen. Abtreibungsbefürworter versuchen, die entsprechende Behandlung als «unwissenschaftlich» abzutun. Doch ein amerikanisches Ärztenetzwerk hat nun im April umfangreiche Erfahrungszahlen publiziert, welche die Sicherheit und Wirksamkeit der «Umkehr» bestätigen.

Viele sprechen im Zusammenhang mit der Abtreibungspille fälschlicherweise von «medikamentöser» Abtreibung. Abtreibung ist kein Heilmittel! «Chemische» Abtreibung entspricht eher den Tatsachen. Diese «chemische» Abtreibungsmethode ist anteilmässig gegenüber der «operativen» (Absaugung) immer stärker auf dem Vormarsch. In diversen europäischen Ländern macht sie schon die Mehrheit aller Abtreibungen aus – so auch in der Schweiz, mit 72 % aller 10256 Abtreibungen im Jahr 2016. Der in der Abtreibungspille «Mifegyne» enthaltene Wirkstoff Mifepriston (RU-486) soll das Schwangerschaftshormon Progesteron blockieren und das ungeborene Kind so von der Sauerstoff- und Nahrungszufuhr trennen.

Mifepriston allein macht die Abtreibung aber noch nicht komplett. Die Schwangere muss anderthalb bis zwei Tage später ein weiteres Hormonpräparat einnehmen: Misoprostol, ein Prostaglandin, das Wehen einleitet und die Abstossung des Kindes aus der Gebärmutter forciert. Ohne Misoprostol – aber auch noch ohne jegliche Gabe eines Gegenmittels – hat das Kind eine Überlebenschance von durchschnittlich 12.6 %, wie letztes Jahr eine Übersichtsstudie dokumentiert hat. Je nach Schwangerschaftswoche und Mifepriston-Dosis sind sogar Überlebensraten bis 25 % möglich.

Ärztenetzwerk mit Telefon-Hotline

In den USA kamen vor rund zehn Jahren zwei Ärzte unabhängig voneinander auf den Gedanken, dass zum Stoppen einer «chemischen» Abtreibung die Gabe von zusätzlichem, hochdosiertem Progesteron förderlich sein könnte. Konkreter Anlass waren Anfragen schwangerer Frauen, welche die Abtreibungspille geschluckt hatten, es aber gleich darauf bereuten. Erste Behandlungen mit Progesteron erwiesen sich als erfolgreich – gesunde Babys kamen zur Welt! Progesteronpräparate gelten allgemein als sehr sicher für Mutter und Kind.

In den Folgejahren gab es immer mehr solche Anfragen. 2012 wurde ein Ärztenetzwerk mit einer nationalen Telefon-Hotline gegründet. Schwangere erfahren bei der Hotline, welcher Arzt in ihrer Umgebung die «Umkehrbehandlung» vornehmen kann. Inzwischen sind bereits mehr als 350 Ärzte in allen US-Bundesstaaten und 13 anderen Ländern an dem Netzwerk beteiligt. Und das Ganze hat schon politische Bedeutung erlangt: Fünf US-Bundesstaaten haben Gesetze eingeführt, die verlangen, dass Frauen, die abtreiben wollen, auf die Möglichkeit der «Umkehr» aufmerksam gemacht werden!

Studie: 257 gerettete Babys

Dr. George Delgado, der ärztliche Leiter des Netzwerks, gab jetzt im April 2018 zusammen mit Kollegen eine Beobachtungsstudie heraus, in welcher sie 547 Fälle aus der Zeit von Juni 2012 bis Juni 2016 analysierten. Nach der «Umkehrbehandlung» mit Progesteron überlebten insgesamt 257 Babys, was 48 % entspricht. Es spielt offenbar aber auch eine Rolle, auf welchem Weg das Hormon zugeführt wird. Während die Überlebensrate bei vaginaler Verabreichung nicht über 40 % stieg, kletterte sie bei der intramuskulären Verabreichung auf 64 % und bei der oralen Einnahme je nach Dosis auf bis zu 68 % – also auf bis zu 2 von 3 Babys.

Der Studie zufolge kamen zudem kindliche Missbildungen nicht häufiger vor als bei normal verlaufenden Schwangerschaften – entgegen der Angst, welche Abtreibungsbefürworter diesbezüglich gerne verbreiten.

Leben oder Tod

Die genannten Überlebensraten zeigen, dass die Progesterongabe das Überleben des Kindes «signifikant günstig» beeinflusst. Dennoch verstummt auch jetzt die Kritik vonseiten abtreibungsbefürwortender Ärzte nicht. Eine erste, ganz kleine Studie von Dr. Delgado aus dem Jahr 2012 hatten sie noch als «Müllwissenschaft» bezeichnet. Auch bei der neuen Studie bemängeln sie, mit Fallserien lasse sich wissenschaftlich nichts beweisen, es brauche «randomisierte Placebo-kontrollierte Studien».

Dr. Delgado antwortet auf solche Kritik mit dem Vergleich, bei Herzattacken mache man auch nicht eine Studie mit Placebos, bevor bei allen Patienten unverzüglich die Herz-Lungen-Wiederbelebung angewandt werde. Für das Baby geht es nach der Abtreibungspille um Leben oder Tod! Wo sich auch Dr. Delgado eine randomisierte Studie vorstellen kann, ist zur Frage der Dosis und der Verabreichungsform beim Progesteron.

Konsequent weiter

Dr. Delgados Vision ist es, dass die «Umkehrbehandlung» bis in zehn Jahren weitherum zum medizinischen Versorgungsstandard gehört, dass dann also jede Frau ihren eigenen Arzt konsultieren kann, wenn sie sich nach Einnahme der Abtreibungspille umbesinnt.

Der Verein Mamma meint: Der von Dr. Delgado und seinem Ärztenetzwerk eröffnete Weg muss wissenschaftlich fundiert und medizinisch konsequent weiter beschritten werden – auch in der Schweiz! Der Verein Mamma steht in Kontakt mit Dr. Delgados Ärztenetzwerk. Wenn sich schwangere Frauen in der Schweiz auch nur in ähnlichem Umfang wie derzeit in den USA zum Stoppen der «chemischen» Abtreibung entscheiden würden, wären das 10 Kinder pro Jahr, denen das Leben gerettet wird!

UPDATE (09.2022) – WICHTIGER HINWEIS: Die «Umkehrbehandlung» ist seit einiger Zeit auch in der Schweiz verfügbar. Notfall-Telefon: 0800 811 100 (kostenloser Anruf innerhalb der Schweiz). Siehe die Website RETTET MEIN BABY!