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Nachrichten19.09.2012

Der gute Arzt tötet nicht

Mitwirken bei Abtreibungen – Kontroverse in Italien

Ärzte weigern sich abzutreiben.

Ein ganzes «Heer» von «Dienstverweigerern»: Viele Italiener in Gesundheitsberufen – besonders die Ärzte – lehnen es ab, bei Abtreibungen mitzuwirken. (© Bild: kurhan/123RF)

Rom, Palazzo Montecitorio.

Rom, Palazzo Montecitorio: Hier, am Sitz der Grossen Kammer des italienischen Parlaments, wird über die Motionen zur Gewissensfreiheit entschieden.

In unserem südlichen Nachbarland gibt es in den Gesundheitsberufen ein ganzes «Heer» von «Dienstverweigerern» aus Gewissensgründen. Gut 70% aller Frauenärzte lehnen ein Mitwirken bei Abtreibungen ab. Abtreibungsbefürworter haben diesen Sommer eine Gegenkampagne unter dem Titel «Der gute Arzt verweigert nicht» lanciert.

«In Italien geht eine ansteckende Krankheit um, eine schnelle Epidemie namens Verweigerung aus Gewissensgründen.» Mit derart drastischen Worten beschreiben Abtreibungsbefürworter die Sachlage – hier konkret Emma Bonino, linksliberale Vizepräsidentin des italienischen Senats, an einer einschlägigen Fachtagung im vergangenen Mai. Sicher, die «Verweigerungsquoten» liegen verhältnismässig hoch. Und sie sind in den letzten Jahren gestiegen. Gemäss der neuesten verfügbaren Statistik des Gesundheitsministeriums weigerten sich im Jahr 2009 landesweit 70,7% aller Gynäkologen, eine Abtreibung vorzunehmen. 2005 waren es noch 12% weniger gewesen. Bei den Anästhesisten weigerten sich 2009 51,7% und beim nichtärztlichen Personal in Gesundheitsberufen immer noch 44,4%.

 

WENN 9 VON 10 SICH WEIGERN … Besonders hoch ist der Anteil der «Verweigerer» im Südtirol (81,3% bei den Gynäkologen), aber auch in ganz Süditalien (80,4%) und in Venetien (78,0%). In Latium, der Region um Rom, sind es ganz aktuell – glaubt man einer Organisation von fristenlösungsbefürwortenden Frauenärzten – sogar 91,3% aller in Spitälern wirkenden Gynäkologen. Also auf zehn Ärzte neun «Verweigerer». In der Poliklinik von Neapel werden seit diesem Frühjahr gar keine Abtreibungen mehr durchgeführt: Der letzte Arzt, der noch Abtreibungen vorgenommen hatte, ist im März gestorben. Neapel ist immerhin Hauptstadt der süditalienischen Region Kampanien und einwohnermässig die drittgrösste Stadt Italiens … Allgemein, so wird angenommen, dürfte der Anteil der «verweigernden» Ärzte weiter steigen – weil in den nächsten Jahren viele Ärzte, die Abtreibungen vornehmen, in Pension gehen.

Kein Wunder also, dass im Juni ein «Beraterstab» abtreibungsbefürwortender «Bioethiker» eine landesweite «Kampagne gegen die Verweigerung aus Gewissensgründen im Medizinalbereich» gestartet hat. «Der gute Arzt verweigert nicht», behauptet diese Aktion und appelliert an die in Gesundheitsberufen Tätigen: «Respektiere den Entscheid der Frau, ihre Schwangerschaft abzubrechen». Im Juni und Juli gab es über das ganze Land verstreut diverse Veranstaltungen. Flugblätter wurden bis hinein in die Spitäler verteilt. Allzu gastfreundlich nahmen leider auch die Medien die Kampagne in ihre Berichterstattung auf.

 

TÖTET DER GUTE ARZT? Die politische Stossrichtung ist klar: Die Kampagne verlangt vom Staat, dafür zu sorgen, dass immer genügend Ärzte da sind, welche im Rahmen der italienischen «Fristenlösung» Abtreibungen vornehmen. Konkret schlägt sie vor, den Artikel 9 des italienischen Abtreibungsgesetzes aufzuheben. Genau in diesem Artikel ist das Recht auf Verweigerung aus Gewissensgründen festgehalten. In dem 1978 verabschiedeten Gesetz Nr. 194 stehen sich somit die «Fristenlösung» (das vermeintliche «Recht» auf Abtreibung) und das Recht des Arztes, bei Abtreibungen nicht mitwirken zu müssen, gegenüber.

Doch ist der ein guter Arzt, der Kindstötungen vornimmt? Kann der Staat einen Arzt per Gesetz zwingen, Eingriffe vorzunehmen, die seinem Gewissen zuwiderlaufen? Die Antwort auf diese Fragen ist für Lebensschützer klar – und damit auch die Antwort auf die Frage, ob die «Fristenlösung» oder das Recht auf Verweigerung aus Gewissensgründen höher zu gewichten sei. Es ist auch kein Zufall, dass der Anteil der «Verweigerer» gerade bei den Ärzten am höchsten ist. Sie sind ja auch diejenigen, die am unmittelbarsten mitbekommen, wie lebendig die Kinder schon sind, die sie töten sollen …

 

POLITISCHE DEBATTE. Es ist ein grosser Widerspruch, wenn Abtreibungsbefürworter einerseits ein gleichsam grenzenloses Recht auf Selbstbestimmung fordern für Frauen, die abtreiben wollen, andererseits aber dem Medizinalpersonal, das bei der Abtreibung nicht mitwirken will, das Recht auf Verweigerung aus Gewissensgründen absprechen. Die Parlamentarische Versammlung des Europarates hat diesen Widerspruch offenbar erkannt und am 7. Oktober 2010 eine Resolution angenommen, die das Recht auf Verweigerung aus Gewissensgründen ausdrücklich bestätigt.

Als Folge dieses Entscheids des Europarates wurden in der Grossen Kammer des italienischen Parlaments zwischen März und Mai 2012 nicht weniger als acht Motionen zum Thema Gewissensfreiheit des Medizinalpersonals eingereicht. Noch sind diese Motionen im Parlament nicht zu Ende behandelt. Es besteht aber berechtigte Hoffnung, dass die Kampagne «Der gute Arzt verweigert nicht» ein Einschüchterungsversuch ohne grosse Wirkung bleibt und dass sich die Italienerinnen und Italiener vielmehr die gesunde Einsicht bewahren: Der gute Arzt tötet nicht!

 

Missstand in der Schweiz

 

VERWEIGERUNG PRAKTISCH TABU. Auch wenn nach Art. 15 Abs. 1 der Bundesverfassung die Glaubens- und Gewissensfreiheit gewährleistet ist – in der Schweiz wird es immer schwieriger, als Hebamme, Pflegefachperson oder Gynäkologe nicht bei Abtreibungen mitwirken zu müssen (mamma.ch berichtete). Die Situation stellt sich also sehr viel anders dar als in Italien. Das Recht auf Verweigerung aus Gewissensgründen wird hierzulande – unter dem Vorwand des sogenannten «Leistungsauftrags» – immer mehr mit Füssen getreten.

 

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Bernarda Brunovic (aus Dietikon ZH, geboren 1993) erreichte 2018 das Halbfinale der deutschen Gesangs-Fernseh-Talentshow «Voice of Germany». Mit dem Lied «Welcome On Earth» («Willkommen auf Erden») des deutschen Kaplans Thomas de Beyer richtet Bernarda im Corona-Jahr 2020 eine kraftvolle, mitreissende Botschaft an alle ungeborenen Kinder – und an alle, die sich für deren Schutz einsetzen ... Dieser Song hat das Prädikat «Hymne für die Ungeborenen» verdient! – Sprache: Englisch – Grösseres Bild in höherer Auflösung: Klick hier

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Ein Genie um ein Haar abgetrieben

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Das Geburtstagskind wurde abgetrieben

Es ist ein Gedanke, der viele Frauen nach einer Abtreibung verfolgt: «Was wäre, wenn mein Kind noch leben würde?» Im Kurzfilm «Aaron» hat eine junge Frau am errechneten Geburtstag ihres abgetriebenen Sohnes mit dieser Frage zu kämpfen: Sie bildet sich ein, den Tag mit ihm auf dem Spielplatz zu verbringen. Das Video gipfelt darin, dass sie alleine auf einer Parkbank sitzt und die Stimme eines kleinen Jungen flüstern hört: «Ich liebe dich, Mama. Ich vergebe dir.»  Sprache: Englisch – Grösseres Bild in höherer Auflösung: Klick auf das YouTube-Zeichen (Link auf YouTube-Seite)  Quelle: lifesitenews.com

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«Mami, ich will erzählen, was Abtreibung wirklich ist»

Der Kurzfilm «To Be Born» («Geboren werden») handelt von einer jungen Frau, die mit einer ungeplanten Schwangerschaft konfrontiert ist und vorhat abzutreiben. Mitten in der Prozedur befindet sie sich in einer bedauerlichen Situation: Sie hört ihre ungeborene Tochter, die beginnt, die erschütternden Details über das, was mit ihr gerade geschieht, zu schildern. – ACHTUNG: Dieser Film enthält Szenen mit Darstellungen, die für Minderjährige sowie empfindlich reagierende Zuschauer möglicherweise nicht geeignet sind. – Sprache: Englisch – Grösseres Bild in höherer Auflösung: Klick auf das YouTube-Zeichen (Link auf YouTube-Seite) – Quelle: tobeborn.com – Kommentar: Teilweise keine leichte Kost, aber echt professionell gemachter Kurzfilm!

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«Dein Fleisch und Blut»

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