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Politik21.05.2014

550 ausradierte Schulklassen

Weshalb wir uns an die Abtreibungszahlen nicht gewöhnen sollten – und wie man sie senken könnte

Primarschule ausradiert.

Wie ausradiert: In der Schweiz gibt es pro Jahr rund 550 ganze Schulklassen aus dem Grund nicht, weil die Kinder vor der Geburt abgetrieben wurden. (© Bild: Dmitriy Shironosov/123RF)

Abtreibungsstatistik.

Im Internet unter www.interruptio.bfs.admin.ch («Resultate») kann man die Statistik abrufen. (Bild: Screenshot)

Kroatien Landesflagge.

In Kroatien (Foto: Landesflagge) wird weniger häufig abgetrieben als in der Schweiz. (© Bild: iStock/Thinkstock)

Frau mit Schwangerschaftstest.

Im Konflikt einer ungewollten Schwangerschaft: «Er will nicht, ich kann nicht …» (© Bild: iStock/Thinkstock)

Am 10. Juni 2014 gibt das Bundesamt für Statistik die neuesten Abtreibungszahlen für das Jahr 2013 bekannt. Es werden wahrscheinlich wie in den letzten paar Jahren um die 11'000 Abtreibungen sein. Herr und Frau Schweizer scheinen sich mit dieser Zahl arrangiert zu haben. Doch eine unkritische Haltung ist hier ganz und gar nicht angebracht.

10'850. So viele Abtreibungen gab es in der Schweiz durchschnittlich pro Jahr seit 2003, nach der Einführung der «Fristenlösung». Bei einer Klassengrösse von 20 Kindern entspricht dies nahezu 550 Schulklassen! Eigentliche Ausreisser in der Statistik waren in diesen zehn Jahren keine zu vermelden, weder nach oben noch nach unten. So wäre es schon fast eine Überraschung, wenn die Anzahl Abtreibungen für das Jahr 2013 plötzlich ganz anders aussähe. Bei Vielen ist daher der Gewöhnungseffekt eingetreten: Man arrangiert sich mit dieser Zahl … Genau dies liegt aber eigentlich nicht drin. mamma.ch nennt in diesem Artikel 3 Gründe, weshalb. Vorauszuschicken ist dabei: Abtreibungen sind und bleiben ein schwerer Verstoss gegen die Menschenwürde der ungeborenen Kinder – und damit ein himmelschreiendes Unrecht!

 

Grund Nr. 1: Die offizielle Statistik sagt nicht alles. Das Bundesamt für Statistik (BFS) ist seit 2004 für die Erhebung der Abtreibungszahlen zuständig. Zugrunde liegen die Angaben der meldenden Ärzte (Meldepflicht via Kantonsärzte). Dass diese Meldungen ein verlässliches Abbild der Realität und der Anzahl Abtreibungen liefern, darf zumindest bezweifelt werden: Das Meldesystem ist uneinheitlich, und ein Vergleich der gemeldeten Zahl mit der Zahl der über die Krankenkassen abgerechneten Abtreibungen ist derzeit nicht möglich.

Nicht von der Hand zu weisen ist ein Einfluss der «Pille danach» auf die Abtreibungszahlen der letzten zehn Jahre. Zeitgleich mit der Inkraftsetzung der «Fristenlösung» im Oktober 2002 wurde in der Schweiz die rezeptfreie Abgabe dieses sogenannten «Notfallverhütungsmittels» eingeführt. Die Anzahl abgegebener Packungen stieg seither von 8'000 auf rund 100'000 pro Jahr! Wenn nun also die Zahl der Abtreibungen in den letzten zehn Jahren nicht wesentlich zugenommen hat – trotz einer Zunahme der ständigen Wohnbevölkerung um annähernd 10 % –, dann nicht zuletzt wegen der Zehntausenden geschluckten «Pillen danach». Wobei die teilweise frühabtreibende Wirkung dieses Präparates natürlich von keiner Abtreibungsstatistik berücksichtigt wird!

 

Grund Nr. 2: Die Schweiz liegt europaweit nur auf Platz 10. Immer wieder hört und liest man, die Schweiz habe die «niedrigste Abtreibungsrate in Europa». Doch das trifft nicht zu.

Da gibt es zum einen jene Länder, welche die Abtreibung gesetzlich deutlich stärker einschränken als die Schweiz, nämlich Andorra, Irland, Liechtenstein, Malta, Monaco, Polen und San Marino.

Zum andern gibt es aber auch unter den Ländern mit Fristenregelungen solche, deren Abtreibungsrate tiefer liegt als in der Schweiz. 6,5 Abtreibungen auf 1'000 Frauen im gebärfähigen Alter 15–44 gab es in der Schweiz im Jahr 2012. In Kroatien waren es «nur» 4,5 und in Montenegro (UNO-Statistik, neueste Zahl aus dem Jahr 2010) 6,3.

So gesehen liegt die Schweiz in Europa nur auf dem 10. Platz … Man sollte sich also nicht auf irgendwelchen vermeintlichen «Lorbeeren» ausruhen, die so gar nicht existieren – und die im Zusammenhang mit Abtreibungszahlen sowieso völlig fehl am Platz sind.

 

Grund Nr. 3: Die Beweggründe für Abtreibungen sind zumeist psychosozialer Art. Einige Kantone – unbefriedigenderweise bei Weitem nicht alle – erfassen nebst Anzahl und Methode der Abtreibungen auch die Motivation der abtreibungswilligen Frauen; zum Teil obligatorisch nur bei Abtreibungen nach der 12. Schwangerschaftswoche, zum Teil schon vorher. Die letzten beim BFS verfügbaren Daten dazu stammen aus dem Jahr 2010, sie decken rund einen Drittel aller Abtreibungen ab. Die Auswertung zeigt: 92 % dieser Abtreibungen erfolgten aus «psychosozialen» Gründen.

Die Schweizer «Fristenlösung» verlangt für eine straflose Abtreibung, dass eine «Notlage» oder die Gefahr einer solchen vorliegt. Der genannten Auswertung zufolge ist diese «Notlage» also bei mehr als 90 von 100 Abtreibungen durch psychische und soziale Gegebenheiten bestimmt. Hochgerechnet, werden in der Schweiz jedes Jahr um die 10'000 ungeborene Kinder aus solchen Gründen abgetrieben.

Wahrlich ein Armutszeugnis für die Schweiz! Man muss in diesem Zusammenhang auch von tausendfach unterlassener Hilfeleistung sprechen. Ohne das aus privaten Spenden finanzierte Angebot von Mütterhilfeorganisationen wie zum Beispiel der Schweizerischen Hilfe für Mutter und Kind (SHMK) sähe es noch schlechter aus.

 

Wie man die Abtreibungszahlen senken könnte

Einige Ideen. Gewöhnen wir uns nicht an die offiziellen Abtreibungszahlen, auch wenn sie sich von Jahr zu Jahr nicht gross unterscheiden! Für eine Besserung der Lage und eine Senkung der Abtreibungszahlen benötigt es den Mut jedes einzelnen Bürgers, jeder einzelnen Bürgerin, etwas zu unternehmen – im Kleinen, im Alltag, und auch im Grossen, auf dem politischen Parkett. Der Frage «Wie können wir die Abtreibungszahlen senken?» wurde in der Politik bisher noch viel zu wenig Beachtung geschenkt!

Wie wäre es zum Beispiel, wenn die Parlamentarier ein «Lebensschutzpaket Vita sicura» ausarbeiten würden – so wie es das «Verkehrssicherheitspaket Via sicura» gibt?! Mit «Via sicura» will man ja in der Schweiz Strassen und Verkehrsmittel so sicher gestalten, dass es keine Verkehrstoten und Schwerverletzten mehr gibt. Genau gleich müsste es das Ziel sein, die Lebensbedingungen in der Schweiz so zu gestalten, dass keine Frau mehr meint abtreiben zu müssen!

Oder weshalb führt man in der Schweiz nicht wenigstens die Pflichtberatung mit dreitägiger Bedenkzeit ein wie in Deutschland? Zudem sollte die Adoption erleichtert werden.

Nicht zuletzt braucht es noch den deutlichen Ausbau von Hilfsangeboten für die Mütter in Not. Man sollte sich beispielsweise überlegen, ein grosszügiges Geburtengeld einzuführen.

Der Verein Mamma gehört zu jenen, die in die Richtung der genannten Ideen etwas unternehmen wollen und unternehmen werden. Er zählt dabei auf die grosszügige Unterstützung seiner Freunde und Gönner!

 

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Begegnung mit Birgit Kelle

Die deutsche Publizistin und «Vorkämpferin für ein neues Frauen- und Familienbild» Birgit Kelle hielt im Vorfeld der Mitgliederversammlung des Vereins Mamma am 9. Juni 2018 einen Vortrag zum Thema «Scheitert der Feminismus an der Mutterschaft?». Sehen Sie in diesem kurzen Video eine Zusammenfassung der Veranstaltung (Dauer: knapp 4 Minuten).

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Interview mit Birgit Kelle

Sehen Sie in diesem Video ein separates Interview mit Birgit Kelle (Dauer: knapp 10 Minuten).

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Ein Genie um ein Haar abgetrieben

Dieser professionell gemachte Kurzfilm basiert auf einem wahren Hintergrund. Er spielt im 18. Jahrhundert. Eine Schwangere bewegt sich am Rande des Abgrunds. Auch ihrem Kind droht die Vernichtung … Doch es kommt nicht soweit. Stattdessen kann die Mutter schliesslich trotz schwieriger Geburt aufrichtig Ja zu ihrem Kind sagen – oder, mit den Worten des Films gesprochen: sie schafft es, «die Misstöne aufzugreifen» und mit ihnen «eine neue Melodie zu beginnen».  Sprache: Deutsch mit englischen Untertiteln  Grösseres Bild in höherer Auflösung: Klick auf das YouTube-Zeichen (Link auf YouTube-Seite)  Quelle: crescendomovie.com

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Das Geburtstagskind wurde abgetrieben

Es ist ein Gedanke, der viele Frauen nach einer Abtreibung verfolgt: «Was wäre, wenn mein Kind noch leben würde?» Im Kurzfilm «Aaron» hat eine junge Frau am errechneten Geburtstag ihres abgetriebenen Sohnes mit dieser Frage zu kämpfen: Sie bildet sich ein, den Tag mit ihm auf dem Spielplatz zu verbringen. Das Video gipfelt darin, dass sie alleine auf einer Parkbank sitzt und die Stimme eines kleinen Jungen flüstern hört: «Ich liebe dich, Mama. Ich vergebe dir.»  Sprache: Englisch – Grösseres Bild in höherer Auflösung: Klick auf das YouTube-Zeichen (Link auf YouTube-Seite)  Quelle: lifesitenews.com

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«Mami, ich will erzählen, was Abtreibung wirklich ist»

Der Kurzfilm «To Be Born» («Geboren werden») handelt von einer jungen Frau, die mit einer ungeplanten Schwangerschaft konfrontiert ist und vorhat abzutreiben. Mitten in der Prozedur befindet sie sich in einer bedauerlichen Situation: Sie hört ihre ungeborene Tochter, die beginnt, die erschütternden Details über das, was mit ihr gerade geschieht, zu schildern. – ACHTUNG: Dieser Film enthält Szenen mit Darstellungen, die für Minderjährige sowie empfindlich reagierende Zuschauer möglicherweise nicht geeignet sind. – Sprache: Englisch – Grösseres Bild in höherer Auflösung: Klick auf das YouTube-Zeichen (Link auf YouTube-Seite) – Quelle: tobeborn.com – Kommentar: Teilweise keine leichte Kost, aber echt professionell gemachter Kurzfilm!

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«Dein Fleisch und Blut»

Rap-Videoclip «Dis Fleisch und Bluet» (Dein Fleisch und Blut) – Stego feat. Cesca – Sprache: Schweizerdeutsch – Grösseres Bild in höherer Auflösung: Klick auf das YouTube-Zeichen (Link auf YouTube-Seite) – Quelle: stego.ch

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