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Nachrichten23.05.2016

«Die polnische Gesellschaft ist heute im Allgemeinen für den Lebensschutz»

Warum Abtreibungen in Polen weiter eingeschränkt werden sollen – und wie die politischen Chancen dafür stehen

Blick auf Warschau.

Ein schönes Land mit Vorbildfunktion beim Lebensschutz: Blick auf Warschau, die Hauptstadt Polens (im Vordergrund die Weichsel, dahinter die Altstadt und das Zentrum mit seinen Hochhäusern). (© Bild: filipw/iStock/Thinkstock)

Polen ruht sich nicht aus auf seiner tiefen Abtreibungsrate. Lebensschutz braucht stete Zuwendung. Mamma.ch erkundigte sich bei Dr. Antoni Zieba, Präsident der Polnischen Gesellschaft für den Schutz des menschlichen Lebens, nach Hintergründen.

Nur noch wenig mehr als eine Handvoll Länder innerhalb Europas halten den gesetzlichen Schutz der ungeborenen Kinder wirklich hoch: Andorra, Irland, Liechtenstein, Malta, Monaco, Polen und San Marino. Fast alle davon sind Zwergstaaten. Ausser Irland – und ausser Polen.

Nach dem Niedergang des kommunistischen Regimes wurde in Polen 1993 eine vergleichsweise enge Indikationenregelung eingeführt. Seither ist Abtreibung noch in Fällen von Vergewaltigung, einer schweren Behinderung beim Kind oder aus streng medizinischen Gründen mütterlicherseits erlaubt. Aktuell werden nun aber Unterschriften gesammelt für eine Volksinitiative, die noch weniger Ausnahmen zulassen will – siehe Box «Initiative ‹Stop Abtreibung›» (unten auf dieser Seite). Das wirft ein paar Fragen auf.

 

Herr Dr. Zieba, in der Schweiz hätte schon das geltende polnische Abtreibungsgesetz keinerlei politischen Chancen. Tickt Polen dermassen anders?

Die polnische Gesellschaft ist heute im Allgemeinen für den Lebensschutz. Das belegen auch öffentliche Meinungsumfragen der letzten Jahre. Das seit 1993 geltende Gesetz hat viel dazu beigetragen, dass der Respekt vor dem Leben der Ungeborenen zugenommen hat. Doch auch dieses Gesetz ist im Hinblick auf die darin enthaltenen Ausnahmen noch nicht ganz konsistent.

 

Die Bestrebungen in Polen, Abtreibungen weiter einzuschränken, werden von den Schweizer Medien sehr kritisch beurteilt. Wie werden die Vorgänge in Polen selbst wahrgenommen?

Die Volksinitiative «Stop Abtreibung» enthält sehr wichtige Elemente wie den Schutz jedes Menschen ab dem Moment der Empfängnis, unabhängig von seinem Gesundheitszustand und den Umständen seiner Zeugung. Doch die Initiative ist in Lebensschutz-Kreisen nicht unumstritten – weil mit dem vorgeschlagenen Text nicht nur die abtreibenden Ärzte, sondern auch die Frauen bestraft werden könnten. Deshalb hat eine weitere Gruppe von Lebensschützern einen Vorstoss ans Parlament vorbereitet, der jede Form der Bestrafung für die Frauen ausschliesst und für den auch bereits Unterschriften gesammelt werden. Im Sinne dieses «Rechts auf Leben ohne Ausnahmen – aber ohne Bestrafung der Frauen» drücken sich auch die Bischöfe der katholischen Kirche in Polen aus.

 

Wie stehen in Ihren Augen die Chancen, dass eine weitere Einschränkung der Abtreibung vom polnischen Parlament angenommen und ein entsprechender Vorstoss tatsächlich umgesetzt wird?

Nach acht Jahren unter einer liberalen Regierung haben wir in Polen jetzt ein konservatives Parlament, eine konservative Regierung und eine konservative Präsidentin – also ist alles möglich! …

 

Dr. Antoni Zieba (67) ist Bauingenieur und engagiert sich seit mehr als 30 Jahren in der polnischen Lebensrechtsbewegung. Er gehört nicht zu den Initianten der Volksinitiative «Stop Abtreibung».

 

Initiative «Stop Abtreibung»

 

Grösstmöglicher Schutz für das ungeborene Kind. Eine neue Volksinitiative verlangt in Polen derzeit ein weitestgehendes Verbot von Abtreibungen: «Stop Abtreibung». Nur noch im Falle einer akuten Lebensgefahr der Mutter bliebe die Tötung eines ungeborenen Kindes straffrei. Zugleich sollen Mütter von behinderten Kindern und von Kindern, die aus einer Vergewaltigung entstanden sind, mehr staatliche Hilfe erhalten. Volksinitiativen werden in Polen vom Volk lanciert (100'000 Unterschriften in 3 Monaten), dann aber vom Parlament entschieden.

 

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«Mami, ich will erzählen, was Abtreibung wirklich ist»

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