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Nachrichten
Nachrichten23.03.2017

Chef-Gynäkologe stoppt Abtreibungen …

… und entfacht damit Sturm der Entrüstung

Elbe-Jeetzel-Klinik.

In der Elbe-Jeetzel-Klinik sind Chefarzt Dr. Thomas Börner und Klinikleiter Dr. Markus Fröhling mit ihrer Lebensschutz-Haltung für die Konzernzentrale nicht tragbar. (© Bild: Christian Fischer)

In einer deutschen Klinik hatte ein neuer Chefarzt mit der Leitung vereinbart, dass unter seiner Verantwortung keine Abtreibungen vorgenommen werden. Nach viel politischer und medialer Empörung pfiff die Konzernzentrale das Spital nun zurück. Der Chefarzt geht selbst, der Klinikleiter «wurde gegangen».

Dr. Thomas Börner ist gläubiger Christ. 26 Jahre ist er Gynäkologe und hat noch nie eine Abtreibung vorgenommen. Als er am 1. Dezember 2016 die Stelle als Chefarzt in der Elbe-Jeetzel-Klinik in Dannenberg (zwischen Berlin und Hamburg) antrat, war für ihn und für Klinikleiter Dr. Markus Fröhling klar, dass weder der Chefarzt noch die Ober- und Assistenzärzte Abtreibungen durchführen.

Doch als dies Anfang Februar öffentlich bekannt wurde, äusserten Abtreibungsbefürworter lautstark ihr «Entsetzen» darüber. In der Folge intervenierte die Zentrale des Capio-Konzerns, zu dem die Klinik gehört. Als einziges Krankenhaus im Landkreis habe Dannenberg einen «umfassenden gesetzlichen Versorgungsauftrag für die Region», hiess es. Dass Dr. Börner selbst keine Abtreibungen vornimmt, wurde akzeptiert, andere Ärzte aber sollten in der Abteilung Abtreibungen vornehmen dürfen. Dr. Börner blieb konsequent und entschied, den Posten als Chefarzt auf Ende März 2017 wieder zu verlassen. Ihm lägen bereits Angebote von anderen Krankenhäusern vor, die seine ethische Einstellung tolerierten, wird er von der evangelischen Nachrichtenagentur idea zitiert. Dem Klinikleiter Dr. Fröhling hingegen kündigte die Konzernzentrale – wegen «unüberbrückbarer Differenzen für die weitere Zusammenarbeit».

Allen, die sich über solch mutige Frauenärzte wie Dr. Börner empören, sollte dringend in Erinnerung gerufen werden: Im deutschen Abtreibungsgesetz sind Abtreibungen grundsätzlich immer noch verboten. Die Fristenregelung schafft nur Ausnahmen. Das gilt übrigens auch für die Schweiz. Es gibt kein «Recht» auf Abtreibung!

 

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