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Nachrichten
Nachrichten12.01.2009

Bundesgerichtsurteil: Arbeitgeber darf nicht zur Abtreibung drängen

Bundesgericht in Lausanne

Bundesgericht in Lausanne. (Bild: Roland Zumbühl/ picswiss.ch)

Die Besitzerin einer Wäscherei in einer Waadtländer Gemeinde sah es offenbar nicht gerne, als eine ihrer besten Angestellten schwanger wurde.

Sie suchte die junge Frau wiederholt mit verfänglichen Fragen zur Abtreibung zu bewegen: «Wie stellen Sie sich Ihre Zukunft vor?» – «Haben Sie es sich auch gut überlegt?» – «Meinen Sie wirklich, die Schwangerschaft auszutragen sei die richtige Entscheidung?»

Die Schwangere war zwischen ihrem Kinderwunsch und der Angst vor einer Kündigung hin und her gerissen. Schliesslich vertraute sie ihre Not ihrem Gynäkologen an. Dieser befand, so wie ihre Chefin sie zur Abtreibung dränge, sei das eine schwere Persönlichkeitsverletzung.

Die schwangere Frau folgte der Stimme ihres Herzens und widerstand dem Druck der Arbeitgeberin. Doch diese plagte sie weiter, wollte ihr sogar Abtreibungspillen besorgen. Schliesslich reichte die Arbeitnehmerin auf Anraten ihres Gynäkologen eine Klage ein.

Inzwischen hat sie ihr Kind geboren - und bekam mit ihrer Klage beim Gericht Recht. Die Wäschereibesitzerin fügte sich allerdings nicht gleich und rekurrierte bis vor Bundesgericht. In letzter Instanz entschied nun auch dieses zugunsten der jungen Mutter. Die Arbeitgeberin habe der Angestellten gegenüber eine Persönlichkeitsverletzung begangen, indem sie Druck zur Abtreibung auf sie ausübte, und werde deshalb zu einer Genugtuungszahlung von 3'000 Franken verurteilt. Zudem bestätigte das Bundesgericht, dass 2'400 bisher nie vergütete Überstunden zu bezahlen sind, was 46'200 Franken ausmacht: Der Kampf für das Leben des Kindes hat sich für die Mutter doppelt gelohnt.

 

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