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Nachrichten30.04.2009

«Wer darf leben?» – die Krux vorgeburtlicher Untersuchungen

Was ein Vorstandsmitglied kürzlich erlebte

«Ist mit meinem Kind alles in Ordnung?» Vorgeburtliche Untersuchungen sollen den schwangeren Frauen Klarheit über diese Frage verschaffen. Was aber, wenn etwas nicht «in Ordnung» ist? Längst nicht immer bestehen Therapie-Möglichkeiten. So kann eine vorgeburtliche Diagnose unversehens zum Dilemma führen: «Wer darf leben?» Mamma-Info beleuchtet die Konsequenzen aus der Sicht des Lebensschutzes.

Von: Gisela Bührer-Dinkel

Der Vater eines Kindes, das vergangenen Herbst behindert zur Welt kam, berichtet über die ersten Minuten nach der Geburt: «Der Kinderarzt kommt herein, drückt mir das Kind in die Arme und sagt: ‹Den Übergang zum Atmen hat es gut gemacht, das Herz schlägt – aber es ist stark behindert. Sagen Sie, haben Sie denn keine Fruchtwasseruntersuchung machen lassen?›» Der Vorwurf ist nicht zu überhören: ‹Hätten Sie eine Fruchtwasseruntersuchung machen lassen, müsste ich Ihnen jetzt nicht ein stark behindertes Kind in die Arme drücken – man hätte es abtreiben können!› Die Mutter des Neugeborenen – sie ist Mitglied des Vorstandes des Vereins Mamma – konnte ihr Baby nach der Geburt nur wenige Minuten bei sich haben: «Die Situation war hektisch. Die Kleine wurde in ein anderes Spital mit Überwachungsabteilung überführt. Wenigstens hat sich mein Gynäkologe sehr einfühlsam verhalten.»

Eine Fruchtwasseruntersuchung hätte zwar den Überrumpelungseffekt bei der Geburt verhindert. Aber die Diagnose wäre einem Aufruf zur Abtreibung gleichgekommen. Dazu bemerkt die Mutter: «Für uns kommt die Tötung eines ungeborenen Kindes grundsätzlich nicht in Frage. Jedes neue Leben ist ein Geschenk Gottes. Deshalb liessen wir die Fruchtwasseruntersuchung auch gar nicht erst vornehmen.»

Anfang Mai nun starb ihr Töchterchen. Es hatte Trisomie 18 (Edwards-Syndrom), eine vergleichsweise seltene Chromosomenbesonderheit, die sich unter anderem in Herzfehlern auswirkt. Die Eltern und Geschwister konnten dem kleinen Mädchen für einige Monate ihre Liebe schenken – und haben ihm so ein würdevolles Leben und Sterben ermöglicht.

Schlüsselfrage: Behandlung möglich? Eine Pauschal-Verurteilung der prä-natalen Diagnostik wäre nicht richtig. Wenn im Falle eines Krankheitsbefundes eine Behandlung zum Wohl des ungeborenen Kindes und der Mutter möglich ist und angestrebt wird, dann ist gegen eine vorgeburtliche Untersuchung nichts einzuwenden. Insbesondere Ultraschall-Untersuchungen können so bei diversen Diagnosen zur Therapie des Kindes führen.

Wenn hingegen eine Überprüfung des Gesundheitszustandes dem Zweck dient, im Falle einer Krankheit das betroffene Kind durch Abtreibung zu eliminieren, dann ist sie klar abzulehnen. Dies trifft im Allgemeinen auf die sogenannte «invasive» pränatale Diagnostik zu: Mit Fruchtwasseruntersuchung und Chorionbiopsie lassen sich eben Chromosomenanomalien wie z. B. die Trisomie 18 (oder auch die häufigere Trisomie 21, das Down-Syndrom) feststellen – und für diese gibt es bis heute keine Therapiemöglichkeit.

Eingriffe verursachen Fehlgeburten. Invasive Untersuchungen wie die Entnahme von Fruchtwasser mittels Nadelpunktion durch die Bauchdecke der schwangeren Frau stellen zudem ein beträchtliches Risiko für eine Fehlgeburt dar. Eine Berechnung der Fachzeitschrift «Down Syndrome Research and Practice» ergab im vergangenen Herbst: Auf vier Kinder, bei denen mittels Fruchtwasseranalyse das Down-Syndrom nachgewiesen wird, kommen drei gesunde Kinder, die – ausgelöst durch die Punktion – ihr Leben lassen müssen. Gemäss Dr. med. Manuel Mariotta, Spezialarzt FMH für Gynäkologie und Geburtshilfe in Fribourg und Murten, liegt die Fehlgeburtsrate nach einer Fruchtwasseruntersuchung bei 0,5–1?%, nach einer Chorionbiopsie bei 1–?4?%.

Konsequenzen aus der Sicht des Lebensschutzes. Wem das Recht auf Leben von Anfang an und somit der Schutz des ungeborenen Kindes ein Anliegen ist, kommt gegenüber jenen vorgeburtlichen Untersuchungen, deren Ziel die Eliminierung kranker Kinder ist, nicht um einen ablehnenden Standpunkt herum. Solche Untersuchungen sollen gar nicht erst vorgenommen werden. Das Risiko für das Leben des Kindes (Fehlgeburten) ist unverantwortlich, und ein Diagnosebefund führt in aller Regel nur zur erdrückenden Frage, ob man eine Abtreibung vornehmen lassen möchte oder nicht.

Im Falle eines Krankheitsbefundes sollte unbedingt auf eine Abtreibung verzichtet werden. Ein krankes Kind benötigt nicht seine Tötung, sondern vielmehr dass es geliebt und gepflegt wird. Zudem ist   der Unsicherheitsfaktor beim Ultraschall gross – die Diagnose kann falsch sein. Zu guter Letzt gibt es auch eine Adoptionsstelle («Emmanuel» SOS Adoption), die darauf spezialisiert ist, für behinderte Kinder eine Adoption zu vermitteln.

In Leserbriefen oder beispielsweise auch mit Anrufen in Radiosendungen, welche das Thema pränatale Diagnostik behandeln, kann in der Öffentlichkeit auf das Lebensrecht jedes Menschen aufmerksam gemacht werden. Ausserdem besteht die Möglichkeit, beim Verein Mamma ehrenamtlich mitzuarbeiten, Mitglied zu werden oder den Verein mit einer Spende zu unterstützen – damit die Stimme des Lebensschutzes in der Schweiz an Gewicht zunimmt.

 

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