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Nachrichten
Politik30.08.2009

Abtreibungen: Wer soll sie bezahlen?

Interview mit Nationalrat Peter Föhn

Nationalratssaal: Schauplatz der nächsten Etappe der Motion. (Bild: parlament.ch)

In der Sommersession der eidgenössischen Räte hat der Schwyzer Nationalrat Peter Föhn einen Vorstoss zum Thema Abtreibungsfinanzierung und Krankenkassenprämien lanciert. Seine am 10. Juni 2009 im Nationalrat eingereichte Motion verlangt, dass Abtreibungen nicht mehr durch die obligatorische Grundversicherung gedeckt werden. Mamma.ch hat mit Peter Föhn ein Interview geführt.

Von: Gisela Bührer-Dinkel

Mamma.ch: Herr Föhn, worum geht es Ihnen bei Ihrer Motion?
Peter Föhn: Es geht mir vor allem darum, Menschen für das Problem der Abtreibungsfinanzierung zu sensibilisieren und ihnen bewusst zu machen, dass Schwangerschaftsabbrüche mit der Krankenkassen-Grundversicherung finanziert werden. Die Leute wissen das nicht. Und es geht mir darum, die Krankenkassen zu entlasten.

Ist die Kostenreduktion im Gesundheitsbereich Ihr einziges Motiv?
Die Kosten für Schwangerschaftsabbrüche machen nur einen kleinen Teil des Krankenkassen-Desasters aus. Aber irgendwo muss man endlich ansetzen. Ich bin aus Überzeugung nur sehr ungern bereit, die verwerfliche Abtreibung mitzubezahlen. Für mich sind also besonders auch ethische Gründe relevant.
Gäbe es weniger Schwangerschaftsabbrüche, wären auch weniger psychologische Folge-Behandlungen nötig. Diese Behandlungen nach einer Abtreibung sind statistisch nirgends erfasst. Aber es gibt sie zweifellos in sehr grosser Zahl.

Sehen Sie die Motion demnach als Möglichkeit, die Zahl der Abtreibungen zu reduzieren? Jahr für Jahr werden ja in der Schweiz Kinder in der Grössenordnung einer Kleinstadt abgetrieben.
Weniger Schwangerschaftsabbrüche muss ein Ziel sein, das alle unterstützen können. Wenn die betroffenen Personen selbst für die Kosten aufkommen müssen, wird es weniger Abtreibungen geben.

Eine St. Galler Kantonsrätin, Helga Klee, meint zu Ihrer Motion: «Damit will Nationalrat Föhn Frauen von einem Schwangerschaftsabbruch abhalten. (…) Und er verbindet diese Forderung noch mit dem Vorwand der Kosteneinsparung von jährlich 20 Mio. Franken. (…) Scheinbar gehört das Rechnen nicht zu seinen Stärken, denn eine Geburt ist bis zu zehn Mal teurer als ein Schwangerschaftsabbruch.» Wer kann jetzt besser rechnen, diese Kantonsrätin oder Sie?
Im Rechnen muss sie mir nichts vormachen. Geborene Menschen bezahlen im Laufe ihres Lebens viel mehr Krankenkassen-Prämien (und obendrein auch Steuern), als ihre Geburt gekostet hat. Tote bezahlen nichts. Zudem bringt jedes geborene Kind nicht nur der Familie, sondern auch dem Staat sehr viel, was mit Geld nie aufzuwiegen ist.

Die Kantonsrätin gibt sich überzeugt davon, dass als Konsequenz Ihrer Forderung viel mehr Frauen für den Schwangerschaftsabbruch Kurpfuscher aufsuchen würden und die Folgekosten weitaus höher wären als die zu erwartenden Kostenersparnisse.
Diese Meinung teile ich nicht. Zudem können zur Grundversicherung immer Zusatzversicherungen abgeschlossen werden. Man könnte dann auch für Schwangerschaftsabbrüche eine Zusatzversicherung machen.

Was sagen Sie zum Vorwurf, Sie wollten sich unter dem Deckmantel einer allfälligen Kosteneinsparung dem Volksentscheid vom 2. Juni 2002 widersetzen, bei dem das Schweizer Stimmvolk klar Ja zur Fristenlösung gesagt hat?
Es geht bei meiner Motion nicht darum, die Fristenregelung in Frage zu stellen. Das Volk wurde damals nicht gefragt, wer die Schwangerschaftsabbrüche bezahlen soll. Es wurde einzig und allein gefragt, ob sie straffrei sein sollen oder nicht.

Noch ein letztes gegnerisches Argument: Die Frauen sollen, unterstützt durch eine ärztliche Beratung, selber über ihr Leben entscheiden können, denn Selbstbestimmung und Eigenverantwortung sind unser höchstes Gut.
Beim Abbruch einer Schwangerschaft, das heisst beim Töten eines menschlichen Lebens, wird die Grenze der Eigenverantwortung weit überschritten.

Wer eigenverantwortlich und selbstbestimmt handeln will, ist normalerweise auch bereit, Folgekosten seines Handelns selbst zu tragen. Beim Abtreiben ist dies offensichtlich nicht der Fall. Welche Möglichkeiten sehen Sie, Betroffenen die Notwendigkeit dieses Zusammenhanges schmackhaft zu machen?
Das ist der Hauptzweck meiner Motion. Gut wäre eine breite öffentliche Diskus-sion zu diesem Thema. Verbessert werden sollte auch die Prävention: Erstens sollen die Menschen darüber aufgeklärt werden, wann das Leben beginnt. Es muss bewusst gemacht werden, dass das Leben nicht erst nach der 12. Woche beginnt, sondern dass der Embryo schon vorher vollwertiges menschliches Leben ist. Zweitens muss darüber gesprochen werden, dass viele Frauen nach Schwangerschaftsabbrüchen an enormen psychischen Belastungen leiden, über die sie kaum mehr hinwegkommen. Drittens müsste die Adoption zum Wohl des menschlichen Lebens vereinfacht und bewusster gemacht werden.

Motion in der Bundesversammlung

Instanzenweg. Mit einer Motion kann ein Parlamentsmitglied den Bundesrat beauftragen, ein Gesetz oder einen Bundesbeschluss auszuarbeiten oder eine bestimmte Massnahme zu treffen. Für Peter Föhns Motion «Streichung des Schwangerschaftsabbruchs aus dem obligatorischen Leistungskatalog» hat der Bundesrat dem Parlament inzwischen bereits die Ablehnung beantragt – mit einer reichlich abtreibungsfreundlichen Begründung. Nächste Etappe der Motion: Behandlung im Nationalrat.

 

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